Dieser A340 brachte uns von Madrid sicher nach Sao Paulo
Dieser A340 brachte uns von Madrid sicher nach Sao Paulo

Frankfurt 19.08.2009. Wir sind in Frankfurt und besteigen einen halb vollen Airbus A320. Jeder findet seinen Platz, oder einen der ihm besser gefällt und genießt den Flug nach Madrid auch in Gedanken an Rainer und Martin, ob die auch einen so angenehmen Flug haben?

In Madrid war auch gleich ein Treffpunkt gefunden. Im Großen M hat sich der größte Teil der Mannschaft gefunden um die gemeinsame Weiterreise zur Familie Hack, die ja schon in Sao Paulo auf uns wartet anzutreten.

Mist, der Airbus A340 der Iberia war jetzt voll. Also mit dem Platz zufrieden sein den wir haben und gut. Nach einem kleinen Abendessen hat auch jeder eine Position gefunden in der er schlafen kann und hat das dann auch getan. Was in den anschließenden 8 Stunden passiert ist weiß ich nicht, ich habe ja geschlafen. Aufgeweckt durch das angeknipste Kabinenlicht rieb ich den Schlaf aus den Augen und freute mich auf einen guten Kaffee. Einen Kaffe bekamen wir, auch ein kleines Frühstück, aber wirklich gut ist anders. Macht aber nichts, wir sind ja gleich da und im Hotel gibt es sicher was Anständiges.

Angekommen in Sao Paule begannen die üblichen Einreiseformalitäten. Auch das ertrugen wir klaglos und wurden schon von einem Offiziellen des brasilianischen Radsportverbandes erwartet, der uns auch gleich in unser Hotel verfrachtete.

Hier sitze ich nun nach einem recht guten Frühstück und schreibe an die Daheimgebliebenen, dass wir gut angekommen sind, alle gesund und fast munter.

Gleich bekommen wir ein Mittagessen um danach die Räder zusammenzubasteln und an eine Trainingsstrecke gefahren zu werden, denn der Verkehr in der 19  Millionenmetropole lässt kein Radfahren zu.

Mehr vielleicht dann heute Abend, oder eben bei Euch heute Nacht.

Bis später.

Chris, der sich mit der ganzen Mannschaft über ganz viele Einträge im Gästebuch freut.


DEMAG Racing Team des RSC Komet Ludwigsburg im DEMAG Werk Sao Paulo
DEMAG Racing Team des RSC Komet Ludwigsburg im DEMAG Werk Sao Paulo

Freitag 21.08.2009 22:15 Uhr Ortszeit, Samstag  22.08.2009 3:15 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit.

Nach der Mannschaftsleiterbesprechung und der anschließenden Mannschaftsbesprechung sitze ich nun in meinem Bett und versuche den Tag in geschriebene Worte zu fassen.

Nach dem Frühstück um 7:30 Uhr ging es um ca. 9:15 Uhr zum brasilianischen Werk unseres Sponsors, DEMAG Cranes & Components, um das Werk zu besichtigen und den Angestellten vorgestellt zu werden. Beim anschließenden Mittagessen in der Werkskantine konnten auch alle Fragen beantwortet werden.

Bein anschließenden Fototermin wurden alle noch einmal ins rechte Licht gerückt und mit den besten Wünschen und Hoffnungen auf gute Rennergebnisse verabschiedet.

Im Hotel angekommen fing die Akkreditierung auch schon an. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten mit unseren Namen und auch der Zuordnung derselben zu den richtigen Bildern auf unseren Teilnehmerausweißen konnte auch das hinter uns gebracht werden. Die Organisation ist hier vom Feinsten. Was wir hier nicht alles bekommen. Energieriegel, Trinkflaschen, Mineralwasser, Energiegels, T-Shirts und so weiter. Hut ab.

Nach dem Empfang unserer 2 Begleitautos ging die Arbeit dann gerade weiter. Beladen der Fahrzeuge mit allem was im Rennen nötig ist oder auch von Nutzen sein kann. Noch ein paar Aufkleber unseres Sponsors angebracht und schon sehen wir ab morgen auch was den Begleittross angeht  perfekt aus. Aber das gehört sich auch so bei einer UCI Landesrundfahrt der Klasse 2.2.

Nach dem Abendessen stand dann noch die Mannschaftsleiterbesprechung an. Gut, dass ich Herrn Hack dabei habe, der mir alles übersetzen kann und somit die mir noch nicht bekannten Dinge mitbekommen habe. Danke noch mal an dieser Stelle.

Die darauf folgende Mannschaftsbesprechung im Zimmer von Christoph, Rainer, Lukas und Felix begann mit der Verteilung des Taschengeldes, das die DEMAG spendierte. Eine sehr schöne Geste die auch hervorragend bei den Beteiligten ankam.

In der Besprechung wurden auch schnell noch die folgenden Tage und besnderheiten besprochen und alle ins Bett entlassen.

Auf unserer „Stube“ haben wir dann auch nur noch unsere Beisserchen gewischt und uns in die Betten verkrochen. Morgen geht es ja auch schon um 4:30 Uhr wieder raus.

Ja und so endet auch mein Tag indem ich den Rechner runterfahre und meine Augen zum Schönheitsschlaf schließe.

Einen schönen Tag wünsche ich noch und drückt uns für das kommende Mannschaftszeitfahren, der ersten Etappe also, alle Daumen die Ihr habt. Mehr dann wieder morgen.

Gute Nacht, bon nuit,

Chris

 

 


Erstes TV Interview mit Martin und Oliver
Erstes TV Interview mit Martin und Oliver

 

Samstag 22.08. 7:00 Uhr. Neun wir sitzen nicht beim Frühstück, das haben wir schon hinter uns. Hinter uns wie auch schon eine einstündige Autofahrt durch Sao Paulo, das Beladen der Fahrräder und des Gepäcks, das Warmfahren und sonst noch so einiges. Kurz, wir sind um 4:30 Uhr aufgestanden. In Deutschland war es da aber auch schon 9:30 Uhr.

Nun aber mal zum Rennen. Wir sind als fünft letzte dran. Das mit unseren normalen Rädern und auch mit unseren „Flattertrikots“. Das Ergebnis vorweg, wir wurden sehr gute 12. Denn gegen eingespielte Teams auf High Tech Material ist das echt spitze für unsere Truppe mit der wir noch nie in der Besetzung gefahren sind.

Das brachte uns dann auch weitere Interviews und auch den Respekt der anderen ein.

Ich melde mich dann morgen wieder mit dem Bericht der zweiten Etappe.

Bon nuit aus Brasilien wünscht der „Schreihals“ ,

Chris

Motivation beim Teamzeitfahren
Motivation beim Teamzeitfahren
Tolle Mannschaft
Tolle Mannschaft

 

Sonntag 11:00 Uhr in Deutschland, 7:00 Uhr bei uns in Sao Paulo. Die 91 km etappe nach Sao Jose dos Campos steht an. Übrigens, 7:00 Uhr ist Start. Das ist auch gut so, denn bei dem Autoverkehr in Brasilien ist das auch gut so. Wieder liegen eine Stunde Autofahrt, Frühstück……….. hinter uns.

Nach dem Start, der eine Neutralisation von drei Kilometern beinhaltete geht es nun auf der Autobahn, oder eher Achterbahn, denn hier hegt es rauf und runter, kreuz und quer durchs Land.

Das Rennen war recht ruhig, da sich die Fahrer erstmal einfuhren um sich an ein so großes Rennen zu gewöhnen und auch warm zu fahren. Die erste Dreiergruppe setzte sich dann aber doch nach ca. 60 Kilometern ab und hatte zeitweise 1:30 Minuten Vorsprung. Doch kurz vor der Bergwertung bei Rennkilometer 83 war es aus mit der Flucht, alle wieder beisammen. Es kam also zum Massensprint. Auch nicht schlecht, wir haben ja unseren Christoph Hench dabei der schon in Marokko bewiesen hat, dass er das sehr gut kann. Und so kam es dann auch. Ein hervorragender 9. Platz von Christoph, gefolgt vom 22. Platz durch Martin Gaber, der damit auch vierter in der U23 Wertung wurde, und den 30 Platz von Felix, lassen uns in der Mannschaftswertung auf den fünften Platz klettern. Unsere weiteren Fahrer landeten auf folgenden Plätzen:

Rainer Rettner 62. , Oliver Hack, 130. und Lukas Adrion  136.

Wir sind damit sehr zufrieden und freuen uns schon auf die nächsten Etappen.

Einen Gruß und gute Besserung wünschen wir alle hier aus Brasilen unserem Freund Benni, dem es nach seinem Sturz in der Pfalz letzten Freitag hoffentlich sehr bald wieder besser geht und er aus der Uniklinik entlassen werden kann.

Kopf hoch, das wird wieder, Benni

Grüße Chris, der sich mit der Mannschaft auf Gästebucheinträge freut.

 

Ausfahrt aus dem Tunnel, Lukas und Felix immer vorne dabei
Ausfahrt aus dem Tunnel, Lukas und Felix immer vorne dabei


 

Montag, 24.08.2009 um 21:59 Uhr und ich bin hundemüde.

Heute war es wie immer. Um 4:uhr bin ich aufgestanden um alles zu richten um dann pünktlich um 5 Uhr beim Frühstück zu sein. Hat auch alles geklappt, ich konnte sogar schon mein Rad aufs Auto packen und meine Koffer in der Hotellobby zum Abtransport bereitstellen. Bei einigen Herren in der Mannschaft geht das noch nicht ganz so. Da bekomme ich dann ein bisschen Bluthochdruck wenn ich die dann nicht finde. Schluß endlich waren aber alle da und konnten zum Start geschickt werden. Da sind sie mit der Argentinischen Mannschaft gemeinsam hingerollt. Ich wusste nicht wie ich zum Start finden soll. Nachdem Familie Hack dann auch schon unterwegs ins Ziel waren um dort die Formalitäten im Hotel zu managen und unsere Renners in Empfang zu nehmen. Also warten bis die Polizei, die im Hotel neben unserem genächtigt hat abgewartet und mit denen fahren. Das war aber nicht so wie ich mir das dachte, also einfach einem Polizisten auf dem Motorrad folgen. Nein, ich wurde von  50 wild blinkenden Polizeimotorrädern und 12 Polizeiautos regelrecht eskortiert. Das war ein feeling. Toll.

Am Start auch das Übliche. Einschreiben, noch was essen und trinken und los.

Heute war es dann erst ruhig bis zur Bergwertung der dritten Kategorie. Da haben dann die Profimannschaften von Scott und die Portugiesen so richtig Gas gegeben, dass das Feld in vier Gruppen zerfiel. Die erste Gruppe kam dann auch so ins Ziel, die anderen drei haben sich wieder zusammengeschlossen.

Für unsere sehr junge Truppe, bin ich mit den Plätzen 27 von Christoph, 38 von Lukas, 46 von Martin, 61 Felix, 63 Oliver und 88 von Rainer sehr zufrieden, zumal der Schlussanstieg einen Kilometer über Kopfsteinpflaster führte. Und Kopfsteinpflaster hat hier seinen Namen verdient. Das sind Steine wirklich so groß wie Köpfe.

Im schönen Hotel angekommen war dann chillen bis zum Mittagessen angesagt, dann Mittagessen um dann bis zum Abendessen auszuruhen.

Alfred Hack und ich haben in der Zeit dann die Wagen betankt, eingekauft, ich bin Rad gefahren und auch ein bisschen die Ruhe hier genossen.

Jetzt sitze ich im Bett, freue mich, dass ich gleich schlafen kann und bin gespannt auf morgen, da klingelt um vier Uhr wieder der Wecker und unsere Jungs dürfen dann um 6:50 Uhr an den Start zur längsten Etappe mit 247 Klometern .

Drückt uns bitte die Daumen und denkt an uns wenn Ihr beim Mittagessen sitzt.

Müde Grüße nach Deutschland.

Chris.


Unser Begleitfahrzeug, mein Arbeitsplatz
Unser Begleitfahrzeug, mein Arbeitsplatz

 

Dienstag, 25.08.2009. Ein langer Tag. Das morgendliche Prozedere ist mal wieder wie üblich. 4:00 Uhr aufstehen, alles richten…….

Start war dann pünktlich um 7:00 Uhr in Atibaia. Nach der Neutralisation dachten wohl die meisten, dass das erst mal gemütlich los geht, wenn es schon die längste Etappe mit 247km ist. Falsch gedacht. Nach ca. 16 Kilometern bildete sich die erste Spitzengruppe mit 16 Fahrern. Mit dabei auch unser Christoph. Genial, da bekomme ich auch richtig was zu tun. Schnell war der Vorsprung der Spitzenreiter auf fast sechs Minuten angewachsen. Dieses Unternehmen Ausriss fand dann aber ein schnelles Ende als die Mannschaft von Barbot / Vila Flor, eine portugisische Profimannschaft, sich vors Feld spannte und den Vorsprung innerhalb weniger Kilometer schmelzen ließ bis er dahin war. Langsamer wurde das Rennen danach nicht. Ständige Attacken hielten das Tempo hoch und das Rennen hektisch. Luki hat es dann auch erwischt. Wer wurde in einen Sturz verwickelt und überschlug sich. Mit kaputtem Vorderrad rappelte er sich wieder auf und bekam von mir Hilfe in form eines neuen Vorderrades. Diese Arbeit mag ich nicht, denn Sturzschäden sind immer doof. Luki biss aber auf die Zähne und war innerhalb kürzester Zeit wieder im Feld.

An der Bergwertung der zweiten Kategorie nach 209km war dann auch Schluss mit Lustig. Das Peloton zerfiel in vier Gruppen. Ganz vorne mit dabei unser Rainer. Echt genial für einen 20jährigen. Ich bin wirklich begeistert von den Fähigkeiten unserer aller Fahrer. Zum Ergebnis im Einzelnen:

Rainer sehr guter 23.

Christoph 50.; Martin 54.; Oliver 55.; Luki 76.; und Felix 82..

In der Gesamtwertung ergeben sich dadurch folgende Platzierungen.

Rainer 26.; Christoph  49.; Martin; 57.; Felix 73.; Luki 80.; und Oli 82. .

Die Wunden von Luki sind jetzt versorgt, Danke Susanne für die hervorragenden Verbandsmaterialien, alle sind gestärkt und müde und ich werde auch nur noch ein paar Bilder ins Netz stellen, damit die Daheimgebliebenen einen Eindruck von unseren Taten bekommen.

Bis morgen wieder es grüßt ein stolzer sportlicher Leiter aus Brasilien.

Chris

Christoph (Bildmitte in weiß mit schwarzen Armlingen) mit seinen Fluchtbegleitern
Christoph (Bildmitte in weiß mit schwarzen Armlingen) mit seinen Fluchtbegleitern
Ruhe vor der Bergwertung bei Kilometer 202.
Ruhe vor der Bergwertung bei Kilometer 202.

Oberschiedsrichter der UCI, Cesar aus Chile
Oberschiedsrichter der UCI, Cesar aus Chile

Mittwoch, 26.08. Eine Etappe mit unter 100km, was aber nicht heißt, dass es harmlos ist.

Ganz am Anfang wurde mien Blutdruck in die Höhe getrieben. 6 unserer Fahrer waren im Feld. Das Feld bestand aus ca. 16 Fahrern und die Ausreißergruppe aus 130. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Ja. Feld mit 130, abgehängte 16. Unter den 16 Drei von uns. Mist, wie kommt das. Also erstmal mit dem Auto daneben, mit Fahrern schimpfen, dann davor als Schrittmacher (das kostet mich nun 50 Schweizer Franken weil ich den Anweisungen der Kommissäre nicht folge geleistet habe weil ich deren Portugisisch nicht verstand) und die Jungs näher an die Kolonne gebracht. Da war es dann gleich passiert und sie waren wieder im Feld. Ich war dann auch etwas ruhiger bis ich über Radio Tour aufgefordert wurde (das ist der Funk über den die sportlichen Leiter informiert werden) mich ganz hinten im Konvoi einzuordnen. Und das über das ganze Rennen. Naja, Strafe muss sein. Aber warum sagt mir den niemand in einer mir verständlichen Sprache, dass ich auf die Seite fahren muss?.

Egal, Hier mal die Ergebnisse, die uns alle ein Grinsen ins Gesicht zauberten.

Rainer 13.; Felix 17.; Oliver 76.; Christoph 82.; Lukas 97.;Martin nach Defekt 116.

Gesamtwertung:

Rainer 25.; Felix 61.; Christoph 64.; Oliver 78.; Luki 80.; Martin 86.

Morgen wird es mit 211km noch einmal richtig hart für die Jungs.

Also Daumen drücken (ausser Benni, der drückt dann die Zehen J)

Grüße Chris

Rasender Christoph
Rasender Christoph

Ruhe vor den Attacken
Ruhe vor den Attacken

 

Donnerstag 27.08.2009

Das war eine Etappe von der ich nur das Wichtigste schreibe, denn sonst schlafe ich nicht mehr sondern muss die Nacht durchschreiben.

Die Etappe begann recht ruhig und das Feld fuhr so vor sich hin. Von Ribeirao nach Bauru sind es ja auch „nur“ schlappe 211 km. Nach ca. 30 Kilometern bildete sich auch schon eine Spitzengruppe mit 10 Fahrern die bis zu 6 Minuten Vorsprung hatten. Zwischenzeitlich bekam auch schon Rainer defekt am Hinterrad. Luki hielt auch sofort selbstlos mit Ihm an um Ihm mit seinem eigenen Hinterrad auszuhelfen. Das ist mal richtig edel. Hut ab vor o viel Kameradschaft und Selbstlosigkeit. Luki konnte ich zwar recht schnell helfen, doch dir ganze Aktion dauerte dann doch so lange, dass Luki den Anschluss an die Wagenkolonne verloren hat und keine Chance mehr hatte zurück ins Peloton zu kommen. So geschah es, dass er noch während des Rennverlaufes aus dem Rennen genommen wurde. Geknickt und vor allem sehr entteuscht wurde er mir dann ins Auto gesetzt und ich nahm Ihn mit.

Kaum saß er bei mir im Auto um sich auch zu beruhigen, schon bekam er als mein neuer Mechaniker zu tun. Oli war in einen Sturz verwickelt und demolierte dabei sein Hinterrad so, dass es wohl in die ewigen Jagdgründe eingehen wird. Luki gleich seiner neuen Aufgabe gerecht werdend half Oli mit einem neuen Hinterrad aus. Doch damit nicht genug. Keine drei Kilometer weiter stand Oli nach einer grandiosen Aufholjagd ins Feld wieder da. Dieses Mal war sein Hinterrad platt. Ein Steinchen wollte unbedingt durch seinen Reifen und Schlauch. Also Hinterrad Nummer drei in sein Rad und Los. Nein es war nicht Hinterrad Nummer drei sondern das demolierte wurde aus versehen noch einmal eingebaut. Also Stop Nummer drei und auch Hinterrad Nummer drei in sein Rad eingebastelt und wieder alleine hinter dem Feld her und den Anschluss geschafft. Wie es der Teufel eben so will steht bei Rennkilometer 130, 7 Kilometer vor der Bergwertung der zweiten Kategorie wieder einer unserer Mannschaft am Straßenrand zu dem ich gerufen wurde. Und wer war es, klar Oli. Also bekommt er noch einmal ein Rad, dieses Mal eben vorne, dass es auch gleichmäßig verteilt ist. Nun nicht mehr in der Kolonne sondern schon im fließenden Verkehr nahm ich Ihn an meine hintere Stoßstange und spendete Windschatten. Meine Tachonadel zeigte auf der Abfahrt vor der Bergwertung über 100 km/h. Das ist von oli nicht nur eine Leistung in seinen Beinen sondern vor allem in seinem Kopf  in einer solchen Situation noch 100%ig konzentriert zu bleiben. Ich denke lieber nicht was da hätte passieren können.

Durch seine hervorragende kämpferische Leistung schaffte er auch wieder den Anschluß ans Feld. Die Ausreißer wurden in der Zwischenzeit wieder gestellt und es begannen immer wieder Ausreißversuche, die aber nichts einbrachten.

Bis 5 Kilometer hatte ich außer die Jungs immer mal wieder mit Trinkflaschen zu versorgen nicht viel zu tun. 3 Kilometer vor Schluss wurde Martin dann aber noch in einen Massensturz verwickelt und bekam auch ein neues Vorderrad weil seines Platt war. Christoph flog dann auch noch hin und Rainer bekam einen Rückstand weil er einem weiteren Massensturz ausweichen musste.

Nun zum Ergebnis. Felix, der verschont wurde ersprintete sich einen genialen zehnten Platz und strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Rainer wurde noch 32., Oli nach seinem Gewaltritt noch 40., Christoph nach Sturz 59. genau wie Martin auch nach Sturz 61.

Das brachte uns in der Tages-Mannschaftswertung Platz 7.

Im Gesamten kletterten alle mehrere Plätze nach oben.

Rainer ist nun 21.; Felix 46.; Christoph 58.; Oli 61. und Martin 72..

Jetzt kümmere ich mich noch mal um unsere Verletzten mit Luki zusammen um das geschundene Material und werde dann noch ein Paar Bilder für die Daheimgebliebenen bearbeiten und hier einfügen.

Gute Nacht und bis morgen wenn ich einen Internetanschluss bekomme.

Chris

Meine Aussicht während des Rennens
Meine Aussicht während des Rennens

Start zur 7. Etappe
Start zur 7. Etappe
Service
Service

 

Freitag 28.08.09.

Das Prozedere ist wie jeden Morgen. Das  schriebe ich nun nicht mehr auf.

Die Besonderheiten und die Ereignisse behalte ich aber nicht für mich, an denen lasse ich Euch teilhaben.

Heute war die erste Besonderheit, dass einer der Hauptsponsoren, Globo TV, der größte brasilianische TV Sender, ein kurzes Rennen vor der Etappe veranstaltete an dem jeder Rennfahrer der Tour teilnehmen musste. Die Motivation kann sich jeder denken, der weiß, dass dieses Rennen um 7:00 Uhr seinen Start fand, danach ein Transfer mit dem Bus in den 140km entfernten Startort auf dem Plan war.

Das „Einlagerennen“ war dann auch schnell vorbei und ich weiß nicht einmal wie unsere Fahrer dabei abgeschnitten haben.

Egal, war ja auch nicht wichtig.

Nachdem die Räder dann auch im LKW und die Fahrer im Bus, konnte der Konvoi zum Start fahren. Nach ca. 1Stunde 30 war der Ort des Beginns auch erreicht und es begannen die üblichen Startvorbereitungen. Die Etappe fing dann erstmal mit einem 15%igen Berg an und es folgte darauf eine halsbrecherische Abfahrt. Der Rennverlauf war auch nicht spektakulär. Bis auf die Tatsache, dass Felix sein „Billigvorderrad“ ein Cosmic Carbone Ultimate demoliert bekam und die Etappe eine der schnellsten und härtesten war mit 2 Bergwertungen, einer der zweiten und einer der dritten Kategorie können wir zufrieden sein. Das Ergebnis liegt mir aufgrund einer Computerpanne des Veranstalters nicht vor. Den SECHSTEN Platz von Christoph in der Etappe haben wir aber und auch die Verbesserung von Rainer um einen Platz in der Gesamtwertung auf den 20. Rang wissen wir sicher.

Jetzt schaue ich noch einmal nach den Ergebnissen in der Hotellobby und werde danach mal testen wie das nagelneue Bett in diesem lustigen, nagelneuen Hotel ist.

Bis morgen wieder und Danke für die netten Kommentare im Gästebuch. Die sind es die mich zu diesen Zeilen motivieren. Denn durch die Kommentare weiß ich, dass meine Berichte auch gelesen werden und sie gefallen.

Gute Nacht, oder bei Euch guten Morgen

Chris

Felix´Füße
Felix´Füße
Martin beim X-ten TV-Interview
Martin beim X-ten TV-Interview

Start in Sorocaba
Start in Sorocaba

 

Samstag, 29.08.2009.

Die vorletzte Etappe bei der Brasilienrundfahrt steht an. Morgens gab es nichts Neues, wie immer, außer, dass der Start so weit weg war, dass die Rennfahrer mit dem Bus hingekarrt wurden und die Räder im LKW verladen wurden.

Die Etappe von Sorocaba nach Campinas über 169,6 km, also eine der kürzeren Etappen (Wie lange ist die Königsetappe bei der MeckPomm-Rundfahrt?). Gespickt mit einer Bergwertung der zweiten Kategorie, eine der dritten machte das Rennen fahren nicht entspannter. Die Etappe war für die Rennfahrer sehr schnell. Ich habe noch kein Ergebnis, aber ein guter 40er Schnitt war das allemal, und das bei dem Höhenprofil, Prost Mahlzeit.

Für mich war es heute ein angenehmer Tag, die Jungs öfter aus dem Auto verpflegen, zwei mal am Feld vorbei und stationär „gefüttert“. Schön angenehm. Nein, ca. 45 km vor dem Ziel flucht einer wie ein Rohrspatz in sein Funk. Wer war das frage ich meinen Chefmechaniker Luki. Der meint nur er habe verstanden, Sch…. Schaltzug. Da kam auch schon die Aufforderung über Radio Tour, dass Felix ein Problem mit der Schaltung hat. Also Luki aus dem Fenster heraus die Pedale aus dem auf dem Autodach montierten Rad geschraubt, ich  mit einer hand den Riemen der Vorderradbefestigung gelöst und Felix über Funk durchgegeben anzuhalten und mein Rad gegen seines zu tauschen.

Da stand er auch schon. Die Flüche gebe ich hier nicht wieder die wir zu hören bekamen, denn sonst bekomme ich noch Ärger mit dem Jugendschutz. Luki schraubt auch schon während der Flucherei die Pedale von Felix in mein Rad und es geht weiter.

Felix erst im Schlepptau im normalen Fahrzeugverkehr auf der Autobahn mit 70km/h, und dann im Konvoi der Begleitfahrzeuge im Windschatten von mir wieder bis zu meiner Position (12) gefahren. Felix ist dann alleine wieder ins Feld gekommen.

Jetzt geht das Zittern los, schafft er es mit dem Leihrad ins Ziel?
Das Ergebnis vorweg, JA und das noch auf dem 14. Platz (ohne Gewähr). HAMMER

Eine weitere Erfolgsmeldung auch noch bevor ich das offizielle Ergebnis bekomme:

Christoph hat es mal wieder mit einem Husarenritt auf den letzten Kilometern vorne mit anzukommen und den 5. Platz zu erreichen. Heute bin ich das „Honigkuchenpferd“ das mit einem Dauergrinsen rum läuft.

Soviel mal für´s erste, es ist ja erst 14:45 Uhr.

Wir chillen jetzt erst mal und warten auf die Ergebnisse der Königsetappe der MeckPomm-Rundfahrt.

Grüße aus Campinas/Brasilien

Chris

Rasendes Fahrerfeld
Rasendes Fahrerfeld
Peloton auf der 8. Etappe der Tour do Brasil
Peloton auf der 8. Etappe der Tour do Brasil

Sonntag 30.08.2009

Die letzte Etappe liegt nun hinter uns. Es ist vollbracht.

Der Etappenstart war heute mal nicht um 7:00 Uhr sondern um 8:00 Uhr. Das heißt aber nicht, dass wir länger schlafen konnten, denn der Bus für den Transfer nach Jundiai, dem Startort fuhr um 5:45 Uhr ab. Mist, aber morgen schlafen wir alle aus.

Der Start war dann auch noch ein nettes Ereignis bei dem alle noch einmal gelacht, gescherzt und geplaudert haben. Punkt acht Uhr fiel dann auch die Startfahne und es ging gleich zur Sache. Passiert ist auf der Etappe nicht viel, es wurde eben im Feld bis zum Sprint gefahren. Was sich bei mir aber langsam lesen lässt war der Hammer. 51km in einer Stunde und drei Minuten. Das macht einen 48,854er Schnitt. Hut ab.

Das Ergebnis der Etappe ist hier zu finden.

Unsere Jungs haben sich wieder hervorragend platziert. Christoph ist 10.; Felix 15.; Rainer 31.; Martin 32. und Oli 38. .

Alle unsere Jungs also vorne mit dabei, das bringt uns in der Tagesmannschaftswertung wieder auf den 5. Platz und jede Menge Prestige und Respekt ein.

Das soll es nun auch erst mal gewesen sein, ich muss mich nun um unser Material kümmern, denn wir müssen die Teamautos wieder abgeben.

Bis später vielleicht noch mal .

Chris